Menschen die gesundheitsbedingt auf Dreiräder angewiesen sind, dürfen diese jetzt in öffentlichen Verkehrsmitteln offiziell mitführen. Auf Druck der Grünen Fraktion in der BVV hatte sich das Bezirksamt an den VBB und die S-Bahn gewendet, um die Beförderungsbedingungen dahingehend anzupassen. Diese haben nun reagiert und entsprechende Beförderungsmaßnahmen getroffen. „Mobilität mit dem öffentlichen Nahverkehr muss für alle möglich sein. Menschen, die gesundheitsbedingt auf ein Dreirad angewiesen sind, dürfen nicht benachteiligt werden und von der Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs ausgeschlossen werden“, so Jens Augner, verkehrspolitischer Sprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen in Reinickendorf.

Bislang waren Dreiräder explizit von der Beförderung ausgeschlossen. Dies führt dazu, dass auf Dreiräder angewiesene Menschen in ihrer Mobilität eingeschränkt werden. Deshalb hatte sich die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen mit einem Antrag an das Bezirksamt gewendet und gefordert, dass sich das BA bei den zuständigen Stellen dafür einsetzen soll, dass Menschen, die aufgrund einer Behinderung oder aus gesundheitlichen Gründen ein Dreirad nutzen müssen, dieses mit in U- und S-Bahnen nehmen können, um auch ihnen Mobilität zu ermöglichen.

Um zukünftig ein Dreirad in den öffentlichen Verkehrsmitteln mitzuführen, muss der Besitzer oder die Besitzerin des Dreiradeseinen gültigen Schwerbehindertenausweis dabeihaben. Das Dreirad darf nicht länger als 120 cm sein und muss als orthopädisches Hilfsmittel anerkannt sein. Dafür benötigt der Fahrgast einen entsprechenden Nachweis, den er dem Fahrpersonal auf Nachfrage zeigen kann. Ein Schreiben eines Arztes oder einer Ärztin ersetzt die Anerkennung als orthopädisches Hilfsmittel nicht.  Außerdem muss das Dreirad sicher in U-Bahnen abgestellt werden.

Die Senatsverwaltung antwortete bezüglich der Anfragen des Bezirksamts Reinickendorf:

„Zum 1.01.2020 wurde der VBB-Tarif dahingehend geändert, dass in Zügen des Eisenbahn-Regionalverkehrs und der S-Bahn auch nichtmotorisierte Liegeräder sowie Dreiräder mitgenommen werden, sofern diese als orthopädisches Hilfsmittel verordnet sind, ausreichend Platz vorhanden ist und die Züge dies baulich zulassen.“

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen Reinickendorf freut sich sehr über diesen Erfolg! „Das sind starke Signale für grüne Verkehrspolitik in unserem Bezirk! Es freut uns, dass wir durch diesen Antrag Menschen in ihrer Mobilität unterstützen“, so Jens Augner.

Milena von Pressentin

Presse- und Öffentlichkeitssprecherin

BVV-Fraktion Reinickendorf

Bündnis 90/Die Grünen