Der Antrag der Grünen Fraktion in der BVV, sich bei den zuständigen Stellen dafür einzusetzen, dass auf der Heiligenseestraße zwischen Schwarzem Weg und Elchdamm beidseitig geschützte Radfahrstreifen (Protected Bike Lanes) oder zumindest Radstreifen angelegt werden, wurde nun endgültig mit den Stimmen der CDU und der AfD in der Bezirksverordnetenversammlung abgelehnt.

Damit manifestiert sich wieder einmal das typische Reinickendorfer Stückwerk in Sachen Radverkehr, denn auf der gleichen Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung wurde einstimmig beschlossen, dass auf dem nördlichen Teil der Heiligenseestraße zwischen Henningsdorfer Straße und Elchdamm die Errichtung einer Radverkehrsanlage auf der ehemaligen Straßenbahntrasse geplant werden soll. Nach den Planungen des Bezirksamtes wird der Senat Radverkehrsanlagen auf der Konradshöher Str. finanzieren. Somit würden nunmehr Radfahrende aus Konradshöhe/Tegelort und aus Heiligensee an der Kreuzung Konradshöher Str./Heiligenseestr, im Wald stehen gelassen, da das entscheidende Verbindungsstück nach Tegel fehlt.

„Das vermeintliche Engagement der CDU und der AfD für den Radverkehr in Reinickendorf ist eine Luftnummer. Die Ablehnung für die Teilstrecke zwischen dem Elchdamm und dem Schwarzen Weg ist absurd! Anstelle eines Netzes mit zentralen Routen, wie dies von Tegelort, Konradshöhe und Heiligensee aus nach Tegel der Fall wäre, fabriziert das Bezirksamt Stückwerk. So werden weniger Menschen zur Nutzung des Rades animiert, wenn an entscheidender Stelle ein sicherer Weg fehlt. Die CDU hat immer noch nicht verstanden, dass für die Steigerung des Radverkehrs ein kohärentes Netz nötig ist, das die Bedürfnisse der Bürger*innen berücksichtigt.“, ärgert sich Jens Augner, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen Fraktion in Reinickendorf.

Gleichermaßen absurd ist die Argumentation der AfD, die das Anliegen angeblich grundsätzlich befürwortet, aber erst nach der Autobahnsanierung in Angriff nehmen will. Da sich der Beginn der Sanierung stetig verschiebt, würde das nicht nur eine Verschiebung um mindestens 5 – 10 Jahre bedeuten, sondern auch entsprechenden Umleitungsverkehr. Radfahrende müssen durch eine entsprechende Radverkehrsanlage besonders geschützt werden. „Entweder erkennen wir die Notwendigkeit einer sicheren Radverbindung an oder nicht. Wenn diese gegeben ist, dann gilt diese Notwendigkeit sofort und nicht erst in ferner Zukunft!“, führt Augner aus.

Milena von Pressentin

Presse- und Öffentlichkeitssprecherin

BVV-Fraktion Reinickendorf Bündnis 90/Die Grünen