Um das offensichtliche Defizit im Angebot von Reinickendorfer Integrierten Sekundarschulen (ISSn), die einen direkten Weg zum Abitur ermöglichen, zu beheben, forderte die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen das Bezirksamt auf, eine weitere gemeinsame Oberstufe an den ISSn „Carl-Bosch-Schule“ und „Carl-Benz-Schule“ zu schaffen. Dieser Antrag wurde im Schulausschuss von den Fraktionen der CDU und der AfD abgelehnt. Im Zusammenhang mit der von der CDU ersuchten BVV-Anfrage, für mehr verbindliche Kooperationen von ISSn mit Schulen mit Oberstufe, erscheint dieses Abstimmungsverhalten unlogisch.

An Gymnasien wird das Abitur in 8 Jahren erreicht (G8), die ISSn bieten das Abitur in 9 Jahren (G9) an. Viele Kinder und Eltern haben sich deshalb in der Vergangenheit für die Anmeldung an ISSn mit eigener Oberstufe entschieden. Die beiden einzigen ISSn mit Oberstufe, „Max-Beckmann“ und „Bettina-von-Arnim“, erhalten derzeit mehr Anfragen als sie Plätze anbieten können. Die Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen unterstützt mit ihrem Antrag deshalb den Vorstoß der Elternschaft und des Lehrer*innen-Kollegiums der „Carl-Bosch-Schule“ und der „Carl-Benz-Schule“, eine gemeinsame Oberstufe im Norden Reinickendorfs zu schaffen, um den Weg zu einer allgemeinen Hochschulreife auf diesem Schulweg zu erleichtern.

Die Ablehnung des Antrages für eine weitere Oberstufe seitens der CDU und der AfD sei „unverständlich“, so Hinrich Westerkamp, schulpolitischer Sprecher und Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen. Er sieht in dem Abstimmungsverhalten der CDU Fraktion weder eine konsequente noch eine konsistente Sacharbeit. Die Forderung der CDU nach mehr verbindlichen Kooperationen von ISSn mit Schulen mit Oberstufe sei im Kontext der völlig überbelegten „Bettina-von-Arnim“ Schule und „Max-Beckmann“ Schule mit der Ablehnung des Antrages nicht vereinbar. Alle Kooperationsvereinbarungen der Reinickendorfer ISSn mit Schulen mit Oberstufe wurden aufgekündigt, da die beiden einzigen Optionen an den Schulen „Bettina-von-Arnim“ und „Max-Beckmann“ überbelegt waren und daher die Zusage für einen verlässlichen Weg zum Abitur nicht sichergestellt werden konnte. Der Bezirk verweist auf die vom Senat verantworteten Oberstufenzentren. Diese sind bislang nicht ausgelastet und stellen eine Alternative dar, werden jedoch von der betreffenden Elternschaft nur ungern in Betracht gezogen, da sie in der Regel einen fachspezifischen Schwerpunkt vorgeben. Die Nachfrage für weitere Oberstufen an den ISSn in Reinickendorf ist also sichtlich vorhanden.

In einem weiteren Antrag forderte die CDU mit Unterstützung der AfD Aufbaustufen an den Reinickendorfer Gymnasien. Dieser Antrag wurde von allen anderen Fraktionen abgelehnt, erreichte aber mit den Stimmen von AfD und CDU im Ausschuss die Mehrheit. In Zusammenhang mit der Ablehnung des Antrages von Bündnis 90/Die Grünen bedeutet der Antrag der CDU für gymnasiale Aufbaustufen einen schulpolitischen Rückschritt nach dem Motto „zurück zu alten Zeiten vor der Oberstufenreform“.

Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen stellt insgesamt fest, dass die AfD Anträgen der CDU meist zustimmt. Dabei scheint nicht die Sacharbeit, wohl aber das Behindern bestimmter Fraktionen im Vordergrund zu stehen. Auch in diesem Fall stand die AfD der CDU bei der Ablehnung des Antrages von Bündnis 90/ Die Grünen zur Seite und verstärkt damit den Eindruck einer rechtskonservativen Kooperation. Die Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen hofft nun auf ein Einlenken seitens der CDU, um Schüler*innen auf den Reinickendorfer ISSn einen verlässlichen Weg zum Abitur zu ermöglichen. Dies würde auch dem Antrag der CDU für eine verbesserte Kooperation von ISSn mit Schulen mit Oberstufen entsprechen, dem die Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen zugestimmt hatte, so Hinrich Westerkamp.

 

Milena von Pressentin

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