Foto: Flickr, Henning Bulka, CC BY-NC-SA 2.0Mit der großen Anfrage zur Umsetzung des nachhaltigen und energieeffizienten Bauens in Reinickendorf greift die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN erneut ein wesentliches Thema der kommunalen Daseinsvorsorge auf. Wenn die Ziele der Bundesregierung nicht gefährdet werden sollen im Rahmen der Energiewende bis 2020 die bundesweiten CO2-Emissionen um 40 % und bis 2050 um mindestens 80 % gegenüber dem Basisjahr 1990 zu reduzieren, müssen auch im Land Berlin erhebliche Anstrengungen unternommen werden. Hier kommt den Bezirken bei eigenen Bau- und Modernisierungsvorhaben aber auch im Rahmen Ihrer Beratungspraxis gegenüber anderen Bauherren eine wichtige Rolle zu.
In der Beantwortung der großen Anfrage der Grünen führte Bezirksbürgermeister Frank Balzer auf der BVV am 11.11.2015 aus, dass Reinickendorf auf einem guten Weg sei. In den letzten Jahren sei bereits viel erreicht und der Energiehaushalt der bezirklichen Liegenschaften um über 22 % reduziert worden. Im Sinne eines kommunalen Energiemanagements wird im Bezirk auch auf die Gebäudeleittechnik gesetzt, um die Anlagen in den bezirklichen Gebäuden zentral regeln zu können.
Nach Auffassung der Grünen bleibt hier jedoch noch deutlich Luft nach oben, wie der grüne Bezirksverordnete Holger Lütge darstellt: „Die Umstellung alter Heizungsanlagen auf effiziente Gasbrennwertkessel ist sicher ein erster wichtiger Schritt, aber erst der weitgehende Ersatz fossiler Energieträger durch regenerative Energien ist langfristig nachhaltig. So stellt sich auch die Frage, warum nicht häufiger die Chance genutzt wurde, bei der Sanierung der Dächer diese nicht nur zu dämmen, sondern auch zu begrünen und mit Solarpanels zu bestücken. Das wäre nachhaltig und zugleich ein Beitrag für ein besseres Stadtklima.“
Seit längerer Zeit fordern die Grünen, dass das Bauberatungszentrum im Bezirksamt seine Möglichkeiten noch effektiver nutzen sollte, gerade private Bauherren zum Thema energetisch und nachhaltig Bauen und Modernisieren zu informieren. Die Potenziale nachhaltigen Bauens sollen für die Reinickendorfer Bürgerinnen und Bürger besser nutzbar gemacht werden. Wir sind uns doch alle bewusst, dass ohne energetische Modernisierungen im privaten Hauseigentum die ambitionierten Klimaziele nicht zu erreichen sind. 
Die EU-Richtlinie zur Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden fordert für den Neubau öffentlicher Gebäude ab 2019 einen Niedrigstenergiestandard. Andreas Rietz, bau- und schulpolitischer Sprecher der Fraktion, macht deutlich: „Als Modellvorhaben für energieeffiziente und nachhaltige Planung wäre der in Reinickendorf-Ost dringend notwendige Neubau einer Grundschule hervorragend geeignet. Im Sinne einer ganzheitlichen Nachhaltigkeit könnten hier neben dem Erreichen hoher energetischer Standards auch weitere Qualitäten, wie Gestaltung, Funktionalität, Barrierefreiheit und Umweltverträglichkeit umgesetzt werden.“

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