Sachverhalt:

Die Deutsche Bahn plant auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs Schönholz die Errichtung einer ICE-Abstellanlage für Züge, die in Gesundbrunnen enden oder starten. Damit wird ein großer Teil des bisherigen Bahngeländes in Anspruch genommen. Auf diesem Gelände konnte sich rund um die denkmalgeschützten Bahngebäude über den Resten ehemaliger Gleisanlagen seit dem Krieg und im Schatten der Mauer die Natur ungehindert entwickeln. Während es in Reinickendorf Ost rund um die Provinzstraße an Grün- und Freiflächen mangelt, liegt gleich hinter dem Bahndamm ein fast vergessenes Naturparadies. Das Gelände liegt im Bezirk Reinickendorf, gehört der Deutschen Bahn, ist eingezäunt und somit nicht öffentlich zugänglich.

Der ehemalige Güterbahnhof Schönholz ist Teil des 9 km langen Mauergrünzugs. Dieser Erholungsweg verbindet die Berliner Innenstadt mit dem Naturpark Barnim und übernimmt für unsere Stadt wichtige klimatische und ökologische Lebensfunktionen für Mensch und Tier. Seit Jahren besteht die Forderung auf dem Gelände einen Naturerlebnispark einzurichten, um die hier vorhandene Natur zu schützen und erlebbar zu machen. Erste Pläne dafür gibt es seit den achtziger Jahren. Ein entsprechender Bebauungsplan wurde nie zu Ende geführt. Einen entsprechenden Antrag zum „Naturpark Schönholz“ (Drucksache 1300/XX) der bündnisgrünen Fraktion hat die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Reinickendorf im März 2019 einstimmig beschlossen. Das Areal kann sich zum Ort für Naturpädagogik entwickeln, Verständnis für die Vielfalt der Natur wecken und Zusammenhänge erfahr- und verstehbar machen. Interessenten für eine dauerhafte Betreuung eines Naturerlebnisparks gibt es bereits.


Beschlussvorschlag:

Die Bezirksverordnetenversammlung wolle beschließen:

Das Bezirksamt wird ersucht, in Abstimmung mit der Deutschen Bahn, dem Bezirk Pankow sowie den zuständigen Senatsverwaltungen ein Konzept für die zukünftige Gestaltung eines Naturerlebnisparks Schönholz auf den nach der Errichtung der ICE-Abstellanlage verbleibenden Flächen des ehemaligen Güterbahnhofs zu entwickeln und umzusetzen. Das Gelände soll dabei zu einem Naturerlebnisraum entwickelt und dabei auch die Geschichte des Ortes in Zusammenarbeit mit der Stiftung Berliner Mauer im Rahmen des Mauergrünzuges erlebbar gemacht werden. Dabei ist zu prüfen, inwieweit die Deutsche Bahn im Rahmen von Ausgleichsmaßnahmen für die zu erwartenden Eingriffe in den Naturraum bei der Errichtung der Abstellanlage an den Umgestaltungsmaßnahmen finanziell beteiligt werden kann.