Immer mehr hilfesuchende Menschen kommen zu uns. Die Welt ist voller Krisenherde, das hat direkte Auswirkung auch auf den Bezirk Reinickendorf. Traumatisierte Überlebende aus
Kriegsregionen; Kinder, die auf der Flucht ihre Eltern verloren haben; Boots!üchtlinge, die vor den Küsten Europas nur knapp dem Tod durch Ertrinken entkommen sind – sie alle suchen Schutz bei uns. Viele haben in ihren Herkunftsländern keine Lebensgrundlage mehr und hoffen auf eine Chance bei uns.

Vor diesem Hintergrund ist es ein Gebot der Menschlichkeit sich offensiv mit den Schicksalen der Flüchtlinge auseinanderzusetzen, um die damit verbundenen sozialen und infrastrukturellen Fragestellungen vernünftig und langfristig beantworten zu können. Eine ganzheitliche Herangehensweise ist notwendig, um auf die Fragen nach Unterbringung,
Arbeitsmarktintegration, Schulbesuchen, Sprachkursen, Sportangeboten, etc. eine angemessene Antwort geben zu können. Der bewusste Umgang mit der Situation ist für alle wichtig. Bündnis 90/Die Grünen möchten aktiv zur Willkommenskultur in Reinickendorf beitragen. Die Grünen fordern deswegen einen ganzen Katalog an Maßnahmen, um die Situation der Flüchtlinge in Reinickendorf nachhaltig zu verbessern.

Ehrenamtlichen Tätigkeiten, wie das Netzwerk „WiR – Willkommen in Reinickendorf“, müssen
gestärkt werden, die dezentrale Unterbringungen auch in Privatwohnungen sollte in Zukunft möglich sein, schwer traumarisierte Flüchtlinge sollten einen Anspruch auf psychologische Betreuung haben, mehr Sozialarbeiter sollen die gesellschaftliche und soziale Einbindung von Flüchtlingen begleiten. Im April wurde in der BVV ein Antrag von Bündnis 90/Die Grünen zur Unterstützung bei der Suche nach Praktikumsplätzen für Flüchtlinge beschlossen, auf der letzten BVV am 10.06.2015 forderte die Fraktion den kostenfreien Zugang für minderjährige Flüchtlinge zum Angebot der bezirklichen Musikschulen.

Es ist in diesem Zusammenhang schade, dass die CDU sich im letzten Haushaltsausschuss gegen die Erstellung eines umfassenden „Reinickendorfer Konzepts zur kurz- und mittelfristigen Unterbringung von weiteren Flüchtlingen“ ausgesprochen hat und nur die Planung für eine kurz und mittelfristige Unterbringung der Flüchtlinge in senatseigenen Immobilien mittragen wollte.
Wie wichtig ein bewusster Umgang mit dem Thema ist, wurde auf der von der Fraktion initiierten offenen Reinickendorfer Trägerrunde am 19.06.2015 im Grünen Fuchs deutlich. Die Freien Träger betonten immer wieder die Dringlichkeit der Flüchtlingsfrage und die dramatischen Lebensumstände der Menschen. Wir müssen uns den Schicksalen der Flüchtlinge zu wenden und dem Thema unbürokratisch und ganzheitlich begegnen.

Hinrich Westerkamp, stellvertretender Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen und Vorsitzender im Wirtschaftsausschuss, betont: „Für die zukünftigen Planungen wäre es wichtig, sich bewusst zu sein, dass die Flüchtlingszahlen immer weiter steigen werden. Es macht keinen Sinn sich vor dem Thema zu verstecken. Wenn Menschen in Not zu uns kommen, sollte der erste Re!ex nicht Ablehnung, sondern Hilfe sein. Wir müssen uns dieser Herausforderung nicht nur als einer der reichsten Länder der Welt stellen, sondern uns gerade auch aus menschlicher Perspektive mit dem Thema auseinandersetzen. Wir tragen Verantwortung für die Schicksale der hilfesuchenden Menschen, die zu uns kommen.“