Schutz von Betroffenen sexualisierter Gewalt konsequent in den Mittelpunkt stellen 24. April 202624. April 2026 Anlässlich der Anfrage der AfD in der Bezirksverordnetenversammlung Reinickendorf zum Umgang mit sexualisierter Gewalt betont die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen die zentrale Bedeutung eines konsequenten Opferschutzes. Die kinder- und jugendpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Andrea G. Behnke stellte in ihrer Rede klar: „Im Mittelpunkt jeder Maßnahme muss die betroffene Person stehen. Ihr Schutz, ihre Bedürfnisse und ihre Rechte haben oberste Priorität.“ Fachliche Einschätzungen, unter anderem aus der Berliner Fachrunde gegen sexualisierte Gewalt in Kindheit und Jugend, machen deutlich, dass pauschale Maßnahmen wie eine sofortige Strafanzeige nicht in jedem Fall der geeignete erste Schritt sind. Behnke betonte hierzu: „Es braucht individuell angepasste Unterstützung, die die Sicherheit der Betroffenen gewährleistet und sie auch vor möglichen Rachehandlungen schützt.“ Aktuelle Studien, insbesondere die Ergebnisse der 10. Welle der Jugendsexualitätsstudie, zeigen zudem, dass junge Menschen einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind, sexualisierte Gewalt zu erleben. Diese umfasst sowohl körperliche als auch nichtkörperliche Übergriffe ohne Einwilligung. In der Adoleszenz treten solche Handlungen häufig im Kontext von Gleichaltrigen auf und erfolgen nicht selten in Anwesenheit oder mit Kenntnis anderer Jugendlicher. Auch die Offenlegung solcher Erfahrungen geschieht oftmals zunächst innerhalb der Peer-Gruppe, ohne den Einbezug von Erwachsenen. Behnke ordnete dies ein: „Gerade im Jugendalter sehen wir andere Dynamiken als in der Kindheit und bei Erwachsenen. Das müssen wir in Prävention und Unterstützung unbedingt berücksichtigen.“ Vor diesem Hintergrund unterstreicht die Grüne Fraktion die Notwendigkeit, präventive Angebote in Schulen, Jugendfreizeiteinrichtungen und weiteren Institutionen weiter auszubauen sowie Fachkräfte regelmäßig zu schulen und zu sensibilisieren. Gleichzeitig ist es wichtig, die geschlechtersensible Arbeit zu stärken. Behnke erklärte dazu: „Wir müssen die Arbeit mit Mädchen weiter stärken, um Selbstbestimmung und Chancengleichheit zu fördern und Benachteiligungen abzubauen.“ Zugleich ergänzte sie: „Ebenso wichtig ist eine kritische Jugendarbeit, die junge Menschen dabei unterstützt, eine Identität zu entwickeln, die nicht auf der Unterdrückung anderer basiert.“ Darüber hinaus betonen die Grünen, dass sexualisierte Gewalt nicht isoliert betrachtet werden kann. „Sexismus ist kein Randphänomen. Er beginnt oft bei vermeintlich harmlosen Sprüchen und kann in übergriffiges Verhalten übergehen“, so Behnke. Abschließend rief sie zu gesellschaftlicher Verantwortung auf: „Wir müssen den Mut haben, frühzeitig STOP zu sagen – nicht wegsehen, nicht weghören, sondern eingreifen und Grenzen setzen. Nur so können wir Betroffene stärken und Übergriffe verhindern.“