Grünen-Fraktion sieht Rücktritt von Schrod-Thiel kritisch 14. Januar 202614. Januar 2026 Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen Reinickendorf nimmt die Entscheidung der Bezirksstadträtin Julia Schrod-Thiel (CDU), zuständig für Ordnungsangelegenheiten, Umwelt sowie Straßen- und Grünflächen, ihr Amt mit sofortiger Wirkung niederzulegen, mit Überraschung zur Kenntnis. Insbesondere der Zeitpunkt ein Dreivierteljahr vor den Wahlen im Bezirk zeigt das Ausmaß der Zerrüttung sowohl im Verhältnis zur Bezirksbürgermeisterin Emine Demirbüken-Wegner (CDU) wie auch in der Partei. Bereits seit längerem war bekannt, dass der CDU-Kreisverband Julia Schrod-Thiel nicht wieder zur Stadträtin aufstellen würde. Die Entmachtung der eigentlich zuständigen Stadträtin durch die Bezirksbürgermeisterin im Zusammenwirken mit dem Amtsleiter des Straßen- und Grünflächenamts bei der Bewältigung der Folgen der Juni-Stürme war offensichtlich. Insbesondere die Mobilitätspolitik von Julia Schrod-Thiel wurde von der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen seit ihrer Übernahme des Straßen- und Grünflächenamtes 2023 kritisch gesehen. Mit dem Stopp der Umsetzung der fast fertigen Radverkehrsanlagen auf der Ollenhauerstraße entsprach sie der autofixierten Verkehrspolitik der CDU auf Landes- und Bezirksebene. Mit der Ansage, mit ihr werde es in Reinickendorf nach der Fertigstellung des Edelhofdamms keine weiteren Fahrradstraßen geben, unterstrich sie diese Position. Darüber hinaus zeigt der Vorgang aus Sicht der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen ein problematisches Verständnis von menschlichem und kollegialem Umgang mit Parteikolleg*innen innerhalb der CDU. Der Umgang mit der eigenen Stadträtin wirft Fragen auf, zumal entsprechendes Verhalten bereits in der Vergangenheit sichtbar wurde, unter anderem bei der Listenaufstellung sowie im Umgang mit dem Ehepaar Schmidt. Die Wahrnehmung ihrer Aufgaben durch den Stadtrat Harald Muschner (CDU) zusätzlich zu seiner Abteilung darf nur eine Übergangslösung sein. Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen fordert die CDU Reinickendorf auf, zeitnah einen Vorschlag für die Nachbesetzung in die BVV einzubringen. Die Themen der Abteilung sind zu wichtig, um monatelang nebenbei politisch verantwortet zu werden.