Park + Ride-Angebote haben meistens wenige positive Effekte oder sind gar kontraproduktiv. Damit reagiert die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen insbesondere auf die Fraktion der FDP, die zuletzt scharfe Kritik an der grünen Position zu P+R-Parkplätzen geäußert hatte.

Um eine Mobilitätswende zu erreichen und den Pendler-Verkehr strukturell von der Straße auf die Schiene zu verlagern, bedarf es eines deutlich besseren ÖPNV-Angebotes mit mehr Bahnen, (Ruf-) Bussen und intelligenten Sharing-Angeboten, sowie einer ausgebauten Fahrradinfrastruktur. Hier muss investiert werden!

„Was wir brauchen ist das zweite Gleis, mehr Busse und Personal für den ÖPNV, um mehr Menschen den Umstieg vom Auto zu ermöglichen. Innerstädtisch ergibt das Konzept von Park + Ride keinen Sinn, da einerseits das Parkplatzangebot erhöht wird und andererseits, wie die Forschung zeigt, vielfach mehr Parksuchverkehr generiert wird. P + R-Anlagen bieten höchstens Platz für ein paar Dutzend Autos und werden die großen Einfallstraßen, die von einigen tausend Autos täglich genutzt werden, nicht entlasten können. P+R Anlagen bringen keine strukturelle Verbesserung und sind minimal als kosmetische Maßnahme für den Straßenverkehr zu verstehen. Dieses Geld lässt sich sinnvoller nutzen“, sagt Jens Augner, verkehrspolitischer Sprecher von Bündnis 90/Die Grünen.

Zur Kritik der FDP Fraktion erklärt Augner weiter: „Dass die FDP Fraktion an kosmetischen Maßnahmen zur vermeintlichen Reduzierung des Pendler-Verkehrs festhält, zeigt die Ideenlosigkeit und den fehlenden Mut zur Verkehrswende der FDP. Zudem verrät die FDP nicht, wo in Berlin oder im Umland Parkplatzanlagen für Zehntausende Autos erbaut werden sollen. Wie dies zudem mit moderner Infrastruktur- und Wirtschaftspolitik einhergehen soll, verschweigt die FDP ebenfalls, denn oft liegen Bahnhöfe zentral in Gebieten, die eine attraktive Aufenthaltsqualität haben sollten. An einigen Orten mag ein P+R Parkplatz im Umland einen positiven Effekt haben, insofern keine wertvollen, zentralen (und teuren) Lagen dafür genutzt werden. In unbelebten Gebieten sinkt durch diese Anlagen jedoch das subjektive Sicherheitsgefühl und damit auch die Bereitschaft, auf den ÖPNV umzusteigen. Leider wurde nach der Maueröffnung eine kurzsichtige Verkehrspolitik betrieben, die dazu geführt hat, dass Bus und Bahn von und nach Berlin kaum ausgebaut wurden. Den Preis zahlen wir heute mit kilometerlangen Autostaus. P + R wird hier kaum zu einer Lösung beitragen und im Zweifelsfall die für den ÖPNV-Ausbau dringend benötigten Gelder verschwenden und einen wirklichen Strukturwandel in Sachen Verkehrspolitik weiterhin verschleppen“, so der Grünen Politiker.

 

Milena von Pressentin

Presse- und Öffentlichkeitssprecherin

BVV-Fraktion Reinickendorf

Bündnis 90/Die Grünen /E-Mail: milena_v_p@yahoo.de